Wer die inklusive/integrative Schullaufbahn eingeschlagen hat, stellt sich natürlich die Frage: Wie geht es nach der Schule weiter?

ERIK Goslar fordert deshalb, dass es auch hierzu Angebote geben muss, die ein selbstbestimmtes und gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten ermöglichen!

Das ERIK Goslar mit diesem Wunsch nicht alleine da stehen, sondern sogar ein grundsätzliches Recht besteht, zeigt die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: 

UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Artikel 27 Absatz 1. „Arbeit und Beschäftigung“

....... den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird......

.......... wirksamen Zugang zu allgemeinen fachlichen und beruflichen Beratungsprogrammen, Stellenvermittlung sowie Berufsausbildung und

Weiterbildung zu ermöglichen........

.....das Sammeln von Arbeitserfahrung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern......

Die Umsetzung dieser Rechte ist aber noch sehr kompliziert. Die hierfür zuständigen Institutionen und ihre Funktionen sind kaum zu durchschauen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Gesetze, Erlasse, Verordnungen und Möglichkeiten, die auch von den Fachleuten kaum zu überblicken sind.

ERIK Goslar hat deshalb die grundsätzlichen Vorstellungen und Forderungen an einen inklusiven Berufsweg zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen wie folgt definiert:

  • Für beeinträchtigte Menschen (unabhängig von der Schwere der Behinderung) müssen zu der bisherigen  Tätigkeit in der Werkstatt für Behinderte, alternative Beschäftigungsangebote geschaffen werden.

  • Die Berufsschulen sind in ein inklusives Lernangebot für beeinträchtigte Jugendliche einzubinden.

  • Es sind Strukturen und Unterstützungssysteme zu schaffen, um beeinträchtigte Menschen das Arbeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. (Grundsatz: Erst platzieren dann qualifizieren).

  • Die alternativen Beschäftigungsangebote sind in ein soziales Gesamtkonzept mit entsprechenden inklusiven Wohn- und Freizeitangeboten einzubinden.

 Im Landkreis Goslar gibt es mittlerweile die ersten Ansätze und Beispiele, wie ein solcher Weg begangen werden kann.

Jeder beeinträchtigter Jugendliche ist jedoch  unterschiedlich und es können nur individuelle Lösungen gefunden werden. Dabei sind insbesondere die Wünsche und Fähigkeiten der betroffenen zu berücksichtigen. Es soll aber nicht dazu führen, dass nur für die „guten“ behinderten Menschen der Weg auf den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht wird.

Es sind auf dem weiteren Weg sicherlich noch einige hohe Hürden zu nehmen!

ERIK Goslar kann die betroffenen Jugendlichen und ihre Eltern nur dazu aufrufen, die vielen rechtlichen Möglichkeiten auszunutzen und die unterschiedlichen Spielräume zu nutzen. Hierfür sollten Sie auf den unterschiedlichen Ebenen möglichst viele Verbündete suchen.

Wichtig bei allem sollten die persönlichen Wünsche und Ziele der Betroffenen sein.

ERIK Goslar ist gerne bereit, Sie dabei zu unterstützen und zu beraten.