Inklusion in allen Lebensbereichen muss spätestens seit der UN Behindertenrechtskonvention als neue Leitidee der Behindertenarbeit betrachtet werden.
Im Erwachsenenalter gehört dazu auch eigenständiges Wohnen und die Ablösung von zu Hause.

UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Artikel 19 „Unabhängige Lebensführung und Teilhabe an der Gemeinschaft“

...Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, ihren

Wohnsitz zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben...

... Menschen mit Behinderungen Zugang zu einer Reihe von häuslichen, institutionellen und anderen gemeindenahen Unterstützungsdiensten haben, einschließlich der persönlichen Assistenz, die zur Unterstützung des Lebens in und der Teilhabe an der Gemeinschaft sowie zur Verhütung von Isolation und Absonderung von der Gemeinschaft notwendig ist....

Im Bereich Wohnen ist die Leitidee ‚Inklusion’ im Landkreis Goslar noch neu. ERIK Goslar fordert deshalb auch für den Bereich Wohnen alternative Angebote zu entwickeln und dabei auf jegliche Aussonderung zu verzichten.

ERIK Goslar hält inklusive Wohngemeinschaften als gemeindenahe Wohn- und Unterstützungsform als eine der geeigneten Formen. In anderen Regionen gibt es bereits entsprechende funktionierende Beispiele.

Diese Wohnform kann behinderten Menschen die Möglichkeit eröffnen, in einer gemeinschaftsorientierten Wohnform zu leben, die eine Mischung aus Selbstbestimmung, sozialen Beziehungen und Alternativen zum Leben allein oder im Heim ist. Die Heterogenität der Bewohner stellt dabei eine Bereicherung da und ist der Ausgangspunkt für das Zusammenleben. Alle Bewohner erhalten in der Organisation des Zusammenlebens die Möglichkeit teilzuhaben und sind aufgefordert, etwas für die Wohngemeinschaft beizutragen.

Die Wohngemeinschaft wird so zu einem Erfahrungsfeld im Zusammenleben mit anderen Menschen und ermöglicht allen Bewohnern Lernprozesse im Sinne von Persönlichkeitsentwicklung und Förderung von sozialen Kompetenzen.

Auch schwerstmehrfach Behinderte können so ihr Leben inklusiv gestalten, wenn entsprechende unterstützende Rahmenbedingungen geschaffen werden

ERIK Goslar fordert und  beteiligt sich deshalb dabei, entsprechende Projektideen zu entwickeln und vor Ort umzusetzen. Für eine Unterstützung  bei der Verwirklichung dieser Ideen sucht ERIK Goslar immer Verbündete.